Kunstmalerin

Mariola Żylińska-Jestadt

Ich komme aus einer Familie, in der viele Maler und Musiker gab. Meine Onkel väterlicherseits lebten in masurischen und ermländischen Dörfern und waren berühmt für ihre Vorliebe für Kunst und sorgenfreies Leben. Von ihnen erbte ich wohl das künstlerische Talent. Dies bedeutet für mich manchmal Hölle und Fluch, manchmal ist es aber meine eigenartige Therapie und die einzige Lebensweise. Ich schaffe von Kindheit an, ich absolvierte das Kunststudium und habe vor, bis ans Lebensende zu schaffen.

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Wenn ich male, lasse ich meinen Gefühlen freien Lauf, was bedeutet, dass jedes Bild den Zustand meiner Seele in einem bestimmten Moment widerspiegelt. Deswegen werden meine Werke einzigartig und wiederholen sich nie, manchmal sind sie durch Kontrastfarben geprägt.

Meine große Inspiration sind Menschen.  Ich versenke sie in meine Welt von Farben, Flecken und Konturen. Beim Malen schlage ich mit dem Pinsel fest und entschlossen gegen die Leinwand, was sicher eine Art der Vibration und Bewegung herbeiführt, die Details verwischen sich. Absichtlich verzerre ich meine Figuren, was sie unverwechselbar und ergreifend macht.

Manchmal werden meine Bilder mit der Kunst des deutschen Expressionismus verglichen. Diese Kunstrichtung liegt mir am Herzen, weil ich mich darin wohl fühle. Ich stimme zwar den Annahmen der Künstler aus dieser Epoche zu, aber in meinen Bildern distanziere ich mich von der Politik. Existentielle Probleme kleide ich in Grau-, Braun- und Schwarztöne. Während der kreativen Arbeit lege ich großen Wert auf das Unterbewusste und das Intuitive.

Trotz meines enormen Optimismus war meine Kindheit nicht sorgenfrei. Es ist mir zuteil geworden, in den Kinderjahren den Kommunismus am eigenen Leibe zu erleben. Und so sind auch meine Bilder: mal traurig, mal fröhlich, oft voller Widerstand, aber gleichzeitig durchdrungen von Hoffnung und Lebenskraft.